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Unsere Energie- und CO2-Bilanz

Um die Erreichung der gesteckten Klimaschutzziele von Neustadt an der Weinstraße überprüfen zu können, ist die Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz unerlässlich. Denn wie lautet ein altes Managementsprichwort? Du kannst nicht managen, was du nicht misst.

Im Zuge der Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzepts wurde daher eine umfangreiche Energie- und CO2-Bilanz erstellt, die in regelmäßigen Abständen mit den dann jeweils neu zur Verfügung stehenden Daten fortgeschrieben wird. Im Idealfall werden sich die Ergebnisse kontinuierlich verbessern und so die Erfolge der Klimaschutzmaßnahmen sichtbar machen, um die langfristigen Reduktionsziele zu erreichen.

Endenergiebilanz für das Jahr 2014

Der gesamte Endenergieverbrauch in Neustadt betrug im Jahr 2014 knapp 1.158 GWh. Hierbei entfielen 39 % auf die privaten Haushalte, 36 % auf den Verkehrssektor und 23 % auf die Wirtschaft. Der Energieverbrauch der Kommune lag bei 2 %.

Die verbrauchte Endenergie ließ sich folgenden Nutzungsarten zuordnen: 50 % Wärme, 36 % Treibstoffe, 14 % Strom.

Knapp zwei Drittel des Wärmeverbrauchs fand durch die privaten Haushalte statt. Ein weiteres Drittel trug die Wirtschaft bei. Die Kommune war für 3 % des Wärmeenergieverbrauchs verantwortlich.

Der Stromverbrauch wurde zu 50 % durch die privaten Haushalte und 47 % durch die Wirtschaft verursacht. Der Stromverbrauch der Kommune lag bei ca. 3 %.

Im Verkehrssektor entfielen 76 % auf den motorisierten Individualverkehr und 20 % auf den Güterverkehr. Lediglich 4% wurden durch den öffentlichen Personennah- und -fernverkehr sowie die kommunale Flotte verbraucht.

 

Treibhausgasbilanz für das Jahr 2014

Die Treibhausgasemissionen betrugen im Jahr 2014 insgesamt 380.488 Tonnen CO2-Äquivalente*.

*Was sind CO2-Äquivalente?

Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Treibhausgase, beispielsweise Methan (CH4) und Schwefelhexafluorid (SF6). Die Wirkung als Treibhausgas ist dabei unterschiedlich stark. CH4 ist auf 20 Jahre gesehen beispielsweise 84 mal stärker als CO2, SF6 sogar 17.500 mal stärker. Dies bedeutet, dass eine Tonne CH4 so Treibhausgasschädlich ist wie 84 Tonnen CO2, eine Tonne SF6 so Treibhausgasschädlich wie 17.500 Tonnen CO2.

Um einen einheitlichen Wert verwenden zu können, werden die verschiedenen Treibhausgaspotenziale in CO2 umgerechnet. Heraus kommt die Messgröße CO2-Äquivalente.

Beispiel:

Es werden durch industrieelle Prozesse 1.000 Tonnen CO2, 5 Tonnen CH4 und eine Tonne SF6 freigesetzt. Das Treibhausgaspotenzial auf 20 Jahre beträgt:

(1.000 x 1) + (5 x 84) + (1 x 17.500) = 18.920 Tonnen CO2-Aquivalente


Die Treibhausgasemissionen ließen sich zu 39 % den privaten Haushalten, 34 % dem Verkehr, 25 % der Wirtschaft und zu 2 % der Kommune zuordnen.

Unterteilt man die Emissionen wieder nach den Nutzungsarten auf, so ergibt sich folgendes Bild: 40 % entstanden durch die Wärmegewinnung, 34 % durch Verbrauch von Treibstoffen und 26 % durch die Gewinnung von Strom.


Im Bereich der Wärme- und Stromgewinnung sowie des Treibstoffverbrauchs ergab sich eine nahezu identische Verteilungen auf die Sektoren wie in der Endenergiebilanz. Im Wärmebereich waren es 66 % private Haushalte, 32 % Wirtschaft und 2 % Kommune. Im Strombereich konnten 50 % den privaten Haushalten, 47 % der Wirtschaft und 3 % der Kommune zugeordnet werden. Die Emissionen der Treibstoffe verteilten sich zu 75 % auf den motorisierten Individualverkehr und zu 21 % auf den Güterverkehr. Der öffentliche Personennah und -fernverkehr sowie die kommunale Flotte verursachte knapp 4 % der Emissionen.

 

 

 

Unsere Ziele bis 2035 und 2050

Basierend auf der Energie- und Treibhausgasbilanz von 2014 und einer durchgeführten Potenzialanalyse ergeben sich folgende Energieziele für Neustadt an der Weinstraße:


Wärmebereich

Der Wärmebedarf reduziert sich bis zum Jahr 2035 um 18 %, zum Jahr 2050 um 48 % gegenüber 2014. Gleichzeitig steigt der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung von 3 % in 2014 auf 27 % (2035) und 57 % (2050).


Strombereich

Der Stromverbrauch in Neustadt an der Weinstraße sinkt um 21 % (2035) und 31 % (2050) gegenüber2014. Darüber hinaus steigt der erneuerbare Energie Anteil von 10 % in 2014 auf 37 % in 2035. 2050 soll der Anteil dann 75 % betragen.


Treibstoffbereich

Der Treibstoffverbrauch soll wiederum um 8 % bzw. 16 % gegenüber 2014 sinken.


Aus diesen Teilzielen ergeben sich folgende Treibhausgasemissinsziele:

Im Basisjahr 2014 produzieren die Bürgerinnen und Bürger Neustadts je ca. 7 Tonnen CO2-Äq. Dies soll sich bis zum Jahr 2035 um 40 % reduzieren. Hierbei entfielen noch ca. 4 t CO2-Äq auf jede Neustadterin und jeden Neustadter. Im Jahr 2050 soll sich dies auf ca. 2 Tonnen CO2-Äq reduzieren, was eine Gesamtreduktion von 68 % gegenüber 2014 ausmacht.