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Was ist Nachhaltigkeit?

Eine Einführung

Wenn es um Klimaschutz geht, dann geht es gleichermaßen auch immer um eine nachhaltige Entwicklung. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung eigentlich?

Nachhaltigkeit

Das Wort Nachhaltigkeit wird mittlerweile überall verwendet. Im Sport genauso wie in der Wirtschaft und der Politik. Es ist regelrecht zu einem Modewort geworden. Doch in den seltensten Fällen wird es in dem Kontext verwendet, aus dem es stammt. Dabei ist die Herkunft des Wortes eigentlich ziemlich klar.

"Nachhaltigkeit" hat seinen Ursprung im Jahr 1713 und wurde dort erstmals von Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ verwendet. In diesem beschreibt er, dass in einem Wald nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie durch Aufforstungsmaßnahmen wieder nachwachsen kann. Denn würde mehr Holz geschlagen werden als nachwächst, würde der Wald langfristig nicht erhalten bleiben und somit die Lebensgrundlage für den Menschen verloren gehen.

Nachhaltigkeit hat also mit Dauerhaftigkeit zu tun, und zwar im engeren Sinne mit der dauerhaften Bewirtschaftung und Verwendung von Rohstoffen.

Vergleichen kann man dies mit einem Sparkonto: Die Ressourcen, die uns die Erde bereitstellt, sind das Sparguthaben. Um von diesem Guthaben dauerhaft leben zu können, dürfen wir nur die jährlich anfallenden Zinsen verwenden. Andernfalls würde sich das Guthaben sukzessive verringern, bis unser Konto irgendwann leer wäre.

Was versteht man unter "nachhaltige Entwicklung"?

Nachhaltige Entwicklung ist eine Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs und entstammt der modernen Umweltbewegung. Diese hat ihren Ursprung in den USA, wo im Jahr 1962 die Autorin Rachel Carson das Buch „Silent Spring – Der Stumme Frühling“ veröffentlichte. In diesem stellte sie unter anderem dar, welche negativen Einflüsse die zunehmende Verwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Mensch und Tier hatte und wie dadurch das natürliche Gleichgewicht in Gefahr geriet. Die an ihr Buch anschließende gesellschaftliche Diskussion führte letztlich zur Gründung der amerikanischen Umweltschutzbehörde und zum Verbot des Schädlingsbekämpfungsmittels DDT. Ein Jahrzehnt später– 1972 – erschien die Studie „The Limits to Growth – Die Grenzen des Wachstums“ durch den Club of Rome und verstärkte damit die öffentliche Debatte um den Einfluss des Menschen auf unseren Planeten. Mithilfe von Computersimulationen diskutierte der Bericht den (nicht-)nachhaltigen Entwicklungspfad unseres Wirtschaftens und zeigte auf, dass es – beeinflusst durch den Ressourcenverbrauch und den Ausstoß umweltschädlicher Emissionen – zu einem Ende des Wachstums und damit einhergehenden großen Wohlstandseinbußen kommen könnte.

Die immer offensichtlicher zu Tage tretenden negativen Einflüsse des Menschen führten schließlich zur Einsetzung der World Commission on Environment and Development – besser bekannt als Brundtland-Kommission – die in ihrem Abschlussbericht 1987 erstmals das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung wie folgt beschreibt:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Nachhaltige Entwicklung ist bezogen auf unser Handeln ein Wandlungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen.“

Die Brundtland-Kommission gilt als Startschuss für die weltweite Nachhaltigkeitsdiskussion. Ihr folgten beispielsweise die Einrichtung des Weltklimarats, die Rio-Konferenz über Umwelt und Entwicklung und diverse andere Institutionen und Maßnahmen, um die Welt auf den skizzierten Pfad einer nachhaltigen Entwicklung zu lenken.