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Mehrweg für den "Coffee-to-go"

Umweltministerin Ulrike Höfken gibt Startschuss für interkommunales Pilotprojekt

"Die Müllberge, die durch Einwegbecher für Kaffee oder Tee jährlich entstehen, sind unvorstellbar: 320.000 Becher werden allein in Deutschland pro Stunde weggeworfen. Das wollen wir ändern und haben dazu im Mai die Initiative BecherBonus gestartet", sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken am Dienstag, 25. Juni, in Ludwigshafen. Im Restaurant LuTime wurde nun der Startschuss gegeben für die Mehrwegbecherkampagne "Besser bechern – Die Vorderpfalz auf dem Weg zu mehr Mehrweg", einem interkommunalen Pilotprojekt der Städte Ludwigshafen, Frankenthal, Neustadt an der Weinstraße und dem Rhein-Pfalz-Kreis.

Ein Mehrwegbecher-Pfandsystem für Coffee-to-go einführen werden nun zum einen große Bäckereiketten wie Theurer, Otto Schall und Görtz und zum anderen aber auch kleinere Bäckereien wie Brendel, Lanzet, Stadtbäckerei Lepold und De`Bäcker Becker. Auch das LuTime ist natürlich dabei. Darüber hinaus haben sich auch die beiden Shell-Tankstellen in Neustadt an der Weinstraße und weitere kleinere Akteure der Kampagne angeschlossen. Das Angebot wird ergänzt durch das der Hochschule in Ludwigshafen, die bereits seit April in ihren Cafeterien und Mensen das Pfandsystem Recup anbietet. Alle beteiligten Unternehmen haben entweder schon ein Mehrwegbecherpfandsystem oder sind gerade dabei, es einzuführen. Ziel des Runden Tisches war es, mit den beiden Mehrwegbechersystemen zu arbeiten, die bereits in der Region zum Einsatz kommen. Die meisten der Kaffeeanbieter haben sich für das System der Firma Recup entschieden, ein klassisches Pfandsystem, welches nahezu bundesweit vertreten ist.

Mitmachen jederzeit möglich

Alle Neustadter Coffee-to-go-Anbieter sind herzlich eingeladen, sich der Initiative anzuschließen. Kontaktieren Sie uns!


Die Vorderpfalz auf dem Weg zu mehr Mehrweg

In Deutschland werden jede Stunde etwa 320.000 Einwegbecher für den schnellen Kaffeegenuss für unterwegs, also als Coffee-to-go, verbraucht. Pro Jahr kommen so fast drei Milliarden Becher zusammen. Dabei werden die Becher meist nur ca. 15 Minuten genutzt. Danach werden sie einfach entsorgt – in öffentlichen Abfalleimern, aber leider auch häufig auf Straßen, Plätzen und in öffentlichen Grünflächen. Neben der Umweltverschmutzung geht die Verwendung von Einwegbechern zudem mit einem enormen Ressourcenverbrauch von Holz, Wasser und Energie einher. Dies alles könnte durch den Einsatz von Mehrwegbechern deutlich reduziert werden. Im Hinblick auf die europäische Gesetzgebung ist in diesem Themenbereich derzeit sehr viel in Bewegung, wie die Beispiele der inzwischen kostenpflichtigen Kunststofftragetaschen und der verbotenen Wegwerfprodukte aus Kunststoff zeigen. Einweggeschirr, Trinkhalme und andere Kunststoffprodukte, die nur einmal genutzt werden, fallen entweder unter ein Verbot oder müssen gekennzeichnet werden. Experten rechnen damit, dass im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinie zu Einwegplastikprodukten durch die deutsche Gesetzgebung auch der Coffee-to-go-Bereich betroffen sein wird.

Die Städte Frankenthal, Ludwigshafen, Neustadt an der Weinstraße und der Rhein-Pfalz-Kreis möchten daher in einem interkommunalen Kooperationsprojekt eine Mehrwegkampagne ins Leben rufen und Kaffeeanbieter bei diesem Thema Unterstützung anbieten. Nur wenn es gelingt, einen in Neustadt an der Weinstraße gekauften Becher in Ludwigshafen, Frankenthal oder im Rhein-Pfalz-Kreis – je nachdem, wohin man gerade unterwegs ist – wieder zurückgeben zu können, haben alle gewonnen.

 

Projektverlauf

Juni 2019
Start der Mehrwegbecherkampagne.

April 2019
Durchführung des zweiten Runden Tisches.

Januar - Februar 2019
Erstellung einer Informationsbroschüre und Durchführung einer ersten Informationsveranstaltung für Bäckereien, Tankstellen und Cafés.